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Tolle Idee – und dann? Wie finanziere ich ein Startup

25 January 2022

Beitrag von Prof. Dr. Volker Doberanzke, Numarics Verwaltungsratspräsident und Professor für Finanzen und Internationales Management

Du hast eine tolle Idee – innovativ, bahnbrechend und praxisrelevant. Du hast Freunden davon erzählt und auch sie sind begeistert, einige wollen sogar mitmachen. Und irgendwann stellt sich die Frage: Wie finanzieren wir die Umsetzung der Idee? Wo kommt das Geld her? Wen können wir fragen und wer unterstützt uns?

Numarics gibt Anworten.

 

Von der Idee zur Gründung

Meist beginnt es mit einer simplen Idee: Es gibt ein Problem welches gelöst werden soll oder besser noch: gelöst werden muss. Oder man erkennt, dass aus einer kleinen Aktivität etwas Grosses werden könnte, oder man kennt den Markt und weiss, es gibt Dinge, die einfach nicht gut funktionieren. Wie auch immer die Idee entsteht, entscheidend ist, dass man sich leidenschaftlich für diese Idee begeistern kann. Ohne Leidenschaft entstehen keine grossen Visionen. Meist werden in diesem frühen Stadium Freunde oder Familienmitglieder einbezogen – als Diskussions- oder Sparringpartner. Es wird leidenschaftlich diskutiert, Ideen werden entwickelt oder auch wieder verworfen, kurz: es beginnt der anspruchsvolle und oftmals auch mühsame Prozess zur Entwicklung einer tragfähigen Geschäftsidee. Und irgendwann ist die Zeit reif und die Entscheidung steht: Das ist die Idee für mein Startup!

Die Gründerpraxis zeigt: Die Idee ist – neben einer Reihe weiterer Faktoren - absolut entscheidend für den späteren Erfolg. Es muss nicht kompliziert sein. Viele einfache Ideen führten zu milliardenschweren Unternehmen. Ein Beispiel ist das Start-up Revolut. Es gab schon vorher Dutzende von Banken, die Konten anbieten und darüber hinaus allerbesten Banken-Service und zwar weltweit und zu jedem Zeitpunkt. Trotzdem hatte die Idee zur Gründung einer neuen Banking-App enormen Erfolg. Revolut wurde im Jahr 2015 gegründet und vier Jahre später mit über 4 Mrd. Euro bewertet. Eine aussergewöhnliche Idee? Nein. Aber der Versuch, einen Counterpunkt zu setzen, gegen das Banken-Establishment – die Idee der Etablierung einer «fairen» Bank führte zum Erfolg.

Also, sobald die Geschäftsidee steht, stellt sich die Frage: Wie finanziere ich die Umsetzung meiner Idee? Im Folgenden stellen wir Dir 5 Strategien vor, wie Du an Gelder zur Umsetzung Deiner Startup-Idee kommst.

Eigenes Geld

Am einfachsten ist es, wenn Du selbst Geld zur Verfügung hast. Dies ist nicht nur die geradlinige, sondern auch die günstigste und noch entscheidender, die schnellste Variante. Mehr als 90 % aller Startups werden mit Geld der GründerInnen oder von Gründungsteams finanziert. Der entscheidende Vorteil bei dieser Finanzierungsvariante liegt auf der Hand: Du bleibst unabhängig und kannst Deine Idee ohne fremde Einflussnahme umsetzen. Das hat gerade in der Gründungsphase enorme Vorteile. Darüber hinaus bist Du zu 100% am Unternehmenswert und Gewinn beteiligt. In diesem Zusammenhang spricht man oft auch von dem Begriff «Bootstrapping» (engl. = Stiefelriemen). Angelehnt ist dieser Begriff an das Münchhausen-Märchen, nach dem sich Baron Münchhausen am eigenen Schopf aus dem Sumpf zog. Übertragen auf Dein Startup heisst das, dass Du mit Hilfe von Bootstrapping versuchst, die Gründung Deines Startups ohne externe Hilfe eigenständig anzugehen.

Bei dieser Finanzierungsform sind allerdings einige wichtige Punkte zu beachten: Da die finanziellen Mittel im Rahmen der Eigenfinanzierung meist sehr begrenzt sind, ist die Kostenkontrolle absolut entscheidend. In dieser Phase werden der oder die Gründer meist auch ihren Lebensstil deutlich nach unten fahren müssen um alle verfügbaren finanziellen Ressourcen für die Umsetzung der Startup-Idee nutzen zu können. Gleichzeitig entsteht ein enormer Zeitdruck, um möglichst schnell an den Markt zu gehen, damit über den Umsatzprozess zusätzliche liquide Mittel in das Unternehmen reingeholt werden können. Und es entsteht die Notwendigkeit, möglichst schnell den Break-even-Punkt, das heisst die Gewinnschwelle, zu erreichen. Effektivität und Effizienz im Handeln und bei der Umsetzung sind also beim Bootstrapping besonders wichtig.   

Die 3F-Methode: Friends, Family and Fools

Wenn nicht genügend eigenes Geld vorhanden ist, könnte die 3F-Methode zum Zuge kommen: Dabei steht 3F für Freunde, Familienmitglieder und «Fools». Der Vorteil liegt auf der Hand. Man kennt sich und die handelnden Personen. Meistens ist dieser Personenkreis so gut bekannt, dass beide Seiten abschätzen können, ob ein Investment Sinn macht oder nicht. Und auch bei dieser Methode wird es in der Regel so sein, dass Du die volle Kontrolle über Dein Unternehmen behältst. Oder besser noch: Du bekommst zusätzliches KnowHow in Form von Beratung durch Personen, die in Dein Unternehmen investieren. Dabei umschreibt der Begriff «Fool» vermögende Privatpersonen aus dem nahen oder auch ferneren Netzwerk, die sich für Deine Idee begeistern können.

Diese Finanzierungsform macht umso mehr Sinn, wenn Personen aus dem 3F-Umfeld mit Deiner Geschäftsidee vertraut sind und idealerweise sogar den relevanten Markt kennen. Dann erhältst du neben den finanziellen Mitteln auch einen oder mehrere Sparringpartner, die Dir beim Aufbau Deines Unternehmens mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Business Angels

Eine weitere Möglichkeit zur Erlangung von Finanzierungsmitteln ist das Einbeziehen von sogenannten Business Angel (engl. «Unternehmensengel»). Der Business Angel (BA) ist ein Investor, der sich an Deinem Unternehmen mit Eigenkapital beteiligt; gleichzeitig agiert der Business Angel als Sparring-Partner in allen Fragen der Unternehmensgründung und dem Aufbau Deines Unternehmens. Regelmässig wird der Business Angel auch sein /ihr Netzwerk nutzen, um die Umsetzung der Geschäftsidee voranzubringen. Meist hat er oder sie selbst umfangreiche Erfahrungen bei der Gründung von Unternehmen und hat oftmals durch einen erfolgreichen Exit einen mehr oder weniger grossen Wohlstand aufbauen können.

Sofern Du einen Business Angel identifiziert hast, gilt es allerdings einiges zu beachten. Der BA wird Dir zusätzliches Eigenkapital nur zur Verfügung stellen, wenn er /sie im Gegenzug eine Beteiligung erhält. Dies führt dazu, dass Du in Deinen Entscheidungen möglicherweise eingeschränkt wirst, da der BA in der Regel ein starkes Interesse daran hat, wie Du das zur Verfügung gestellt Geld verwendest und wie sich Dein Unternehmen entwickelt. In der Schweiz und in Europa gibt es eine Reihe von Business-Angel-Netzwerken. Bevor Du einen potentiellen BA kontaktierst, solltest Du Deine Idee zur Papier gebracht haben und idealerweise einen Geschäftsplan entwickelt haben (siehe hierzu auch der Artikel: «Ohne Plan keinen Erfolg: Der Geschäftsplan»).

Crowdfunding

Eine noch recht junge Variante zur Finanzierung Deines Startups ist das sogenannte Crowdfunding (CF). Mit Hilfe von CF können sich Startups – meist über eine Internetplattform – bei Privatpersonen finanzieren. Diese Plattformen bringen Startups und potentielle Investoren zusammen. Je nach Ausgestaltung des CF werden die potenziellen Investoren und Geldgeber dann direkt an Deinem Startup oder an den zukünftigen Gewinnen beteiligt. In der Schweiz gibt es über 40 CF-Plattformen, die um Startup-Ideen in der Schweiz buhlen. Die Hochschule Luzern hat vor einiger Zeit analysiert, wie sich das Volumen des CF in der Schweiz entwickelt hat. Die Zahlen sprechen für sich: Im Jahre 2019 wurde ein Volumen von über 400 Mio. CHF über die diversen CF-Plattformen durch mehr als 180'000 Privatpersonen zur Verfügung gestellt. Allerdings entfällt weniger als 10% dieses Betrages - ca. 33 Mio. CHF - auf den Bereich der Startup-Finanzierung im engeren Sinne. Es ist allerdings davon auszugehen, dass das Crowdfunding als Finanzierungsform für Startups weiter an Bedeutung gewinnen wird. In der Schweiz tätige CF-Plattformen sind z.B. www.lokalhelden.ch und www.wemakeit.ch.

Venture Capital

Die Finanzierung Deines Startups über sogenannte Venture Capital Gesellschaften (Wagniskapital) zählt zu den klassischen Finanzierungsmethoden. Europaweit und auch in der Schweiz gibt es zahlreiche Wagniskapitalgesellschaften, die sich darauf spezialisiert haben, Risikokapital in der frühen Phase eines Startups zur Verfügung zu stellen. Entscheidende Motivation solcher Beteiligungen ist es, die im Gegenzug zur Bereitstellung von Eigenkapital erhaltenen Beteiligungen gewinnbringend über einen späteren «Exit» zu veräussern. Zwar werden die finanziellen Mittel grundsätzlich zeitlich unbegrenzt zur Verfügung gestellt; das Ziel der Kapitalbeteiligung liegt aber nicht in Dividendenzahlungen (Ausschüttung von Gewinn), sondern im Gewinn aus dem Verkauf der Beteiligung. Regelmässig werden durch Venture Capital- Gesellschaften - neben der reinen Finanzierung - auch zusätzliche Leistungen zur Verfügung gestellt, wie z.B. die Beratung in betriebswirtschaftlichen Fragen oder auch die Unterstützung in Fragen der operativen und strategischen Geschäftsführung.

Bei der Finanzierung durch Wagniskapitalgeber ist einiges zu beachten. Durchweg ist es so, dass bei diesen Gesellschaften die formellen Anforderungen zum Teil deutlich höher sind, als bei der Finanzierung über die 3F-Methode. So wird erwartet, dass die Geschäftsidee sauber präsentiert wird, die erwarteten Absatzvolumen analysiert werden und ganz allgemein ein formeller Geschäftsplan vorliegt. Die Hürden liegen also in der Regel doch recht hoch. Hinzu kommt, dass die meisten Venture Capital-Gesellschaften im Gegenzug einer Beteiligung auch ein Mitspracherecht erwarten. Dies resultiert unter Anderem daraus, dass viele Startups die ersten zwei bis drei Jahre nicht überleben. Die Mitsprache ist dann eine Möglichkeit des VC-Unternehmens, auf die Geschäftsführung Einfluss zu nehmen; der Kapitalgeber erhält also häufig Informations-, Kontroll- und Mitspracherechte, die über die üblichen Rechte aus einer Beteiligung hinausgehen.

 

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Prof. Dr. Volker Doberanzke
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